Point of Control pro Kerze: was er zeigt und wie du ihn in ATAS liest
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Die kurze Antwort zuerst: Der Point of Control pro Kerze ist der Preis, an dem innerhalb einer einzelnen Kerze am meisten Volumen gehandelt wurde. Anders als der Session- oder Tages-POC, der sich über eine ganze Sitzung oder einen ganzen Tag legt, sitzt er in jeder einzelnen Kerze. In ATAS siehst du ihn nativ im Footprint-Chart oder über ein fein eingestelltes Volumenprofil je Kerze, aber immer nur einzeln, ohne Vergleich über den Verlauf. Die POC Tools von MomentumTrading holen ihn heraus und machen ihn über den ganzen Chart sichtbar und vergleichbar; der Intra POC Client (IPC) baut daraus eigene Setups. Der Rest dieses Textes erklärt den Unterschied und den praktischen Nutzen.
Was der Point of Control ist
Der Point of Control, kurz POC, ist der Preisbereich mit dem grössten gehandelten Volumen. Er beantwortet eine einfache, aber wichtige Frage: An welchem Preis wurden die meisten Kontrakte umgesetzt? Dort lag das grösste Interesse, dort steckt das grosse Geld. Der POC ist damit eine der ehrlichsten Zeilen im Chart, weil er nicht den Preis zeigt, sondern wo wirklich gehandelt wurde.
POC pro Kerze gegen Session-POC und Tages-POC
Der entscheidende Unterschied liegt im Bezugsrahmen:
- Session-POC / Tages-POC: der Preis mit dem meisten Volumen über eine ganze Handelssession oder einen ganzen Tag. Das ist der POC, den die meisten Werkzeuge und Erklärungen meinen, wenn sie von «dem POC» sprechen. Er ist gut für die grosse Struktur, für Support- und Widerstandszonen über den Tag.
- POC pro Kerze: der Preis mit dem meisten Volumen innerhalb einer einzelnen Kerze. Er zeigt, wo in genau dieser Kerze der Schwerpunkt lag, nicht über den ganzen Tag gemittelt, sondern Kerze für Kerze.
Warum das wichtig ist: Der Session- oder Tages-POC ist ein geglätteter Wert über den ganzen Zeitraum. Als Orientierung ist er völlig in Ordnung, er beantwortet aber eine andere Frage. Was auf dem Weg zu diesem Wert passiert ist, zeigt er nicht: welche einzelne Kerze mit ihrem POC eine Bewegung ausgelöst oder getragen hat, ob das oberhalb oder unterhalb dieses Niveaus geschah, und welcher Kerzen-POC gerade jetzt relevant ist. Genau diese Aussagen liefert erst der POC pro Kerze, und genau in dieser Feinheit stecken die Spuren grosser Marktteilnehmer.
Warum der POC pro Kerze im Orderflow zählt
Im Orderflow-Trading geht es darum, hinter die reine Preisbewegung zu schauen. Der POC pro Kerze liefert dafür drei brauchbare Signale:
- Wo lag der Schwerpunkt in der Kerze? Sitzt der POC oben, unten oder in der Mitte, und was heisst das im Verhältnis zur Kerzenrichtung?
- Wie stark war der POC? Eine Kerze mit auffällig hohem POC-Volumen zeigt, dass sich an genau diesem Preis besonders viel abgespielt hat.
- Wer dominierte am POC? Über den Delta-Überhang am POC wird sichtbar, ob dort eher Käufer oder Verkäufer aktiv waren, und ob das zum Rest der Kerze passt oder ihm widerspricht (eine Divergenz am POC).
Diese drei Fragen lassen sich nicht sinnvoll auf Tagesebene beantworten. Sie brauchen den POC je Kerze.
Wie ATAS den POC pro Kerze nativ (nicht) zeigt
Nativ zeigt ATAS den POC pro Kerze an zwei Stellen. Im Footprint-Chart ist die Zelle mit dem meisten Volumen jeder Kerze markiert; die genauen Werte (POC-Volumen, POC-Delta) liest du beim Hineinzoomen in die einzelne Kerze ab. Und ein Volumenprofil lässt sich in ATAS so fein einstellen, dass es je Kerze ein eigenes Profil zeigt, inklusive POC und Value Area (Value Area High und Value Area Low). Was in beiden Fällen fehlt: der Vergleich über den Verlauf. Wie stark der POC einer Kerze im Verhältnis zu ihren Nachbarn war, und ob dort Käufer oder Verkäufer dominiert haben, ist von Hand praktisch nicht auswertbar. Genau diese Lücke schliessen die POC Tools.
Wie die POC Tools den POC pro Kerze sichtbar machen
Die POC Tools sind ein Bündel aus vier abgestimmten Anzeige-Indikatoren, die die POC-Werte je Kerze aus dem Footprint herausholen und über den ganzen Verlauf sichtbar und vergleichbar machen:
- POC Volumen: ein Balken je Kerze, der das am POC gehandelte Volumen zeigt, optional als Verhältnis zum gesamten Kerzen-Volumen. So erkennst du auf einen Blick, welche Kerze ein besonders starkes POC-Volumen hatte.
- POC Delta: ein Balken je Kerze für den Delta-Überhang am POC, optional als Verhältnis zum Kerzen-Delta. So liest du ab, ob am POC Käufer oder Verkäufer dominiert haben und wie stark im Verhältnis zur Kerze.
- POC Statistik: die Zahlenwerte je Kerze, also POC-Delta, POC-Volumen und die Relationszahlen (POC zur Kerze in Prozent), farblich nach Dominanz codiert.
- POC EMA: eine geglättete Linie, die die POCs aller Kerzen verbindet und zeigt, wohin sich der Volumen-Schwerpunkt über die Kerzen hinweg bewegt.
Wichtig zur Einordnung: Die POC Tools sind ein reines Anzeige-Werkzeug, vergleichbar mit einem Volumen- oder Delta-Indikator. Sie zeigen die POC-Werte je Kerze, deuten sie aber nicht automatisch und markieren keine Aktivität grosser Marktteilnehmer. Wer will, kann besonders starke POC-Volumen- oder Delta-Balken selbst als Hinweis lesen; automatisch erkannt und markiert wird das erst im Intra POC Client. Level-2-Daten brauchst du dafür nicht, der POC beruht auf Orderflow- und Volumendaten, nicht auf der Markttiefe.
Wie der Intra POC Client daraus Setups baut
Der Intra POC Client geht einen Schritt weiter. Er liest den POC ebenfalls in jeder einzelnen Kerze, macht ihn aber vor allem parametrierbar. Aus unabhängig kombinierbaren Filtern (Kerzen-Delta, POC-Delta, Delta-Verhältnisse, Volumen-Verhältnisse, Kerzenrichtung) plus Session-Filter baust du eigene, wiederholbare Setups. Kerzen, die zu einem Setup passen, werden automatisch markiert (Pfeil, Zone, POC-Markierung, Beschriftung) und optional per Alert gemeldet. So werden Absorption, Divergenzen sowie Stärke-, Schwäche- und Range-Zonen sichtbar. Die POC Tools sind im Intra POC Client gratis enthalten und helfen beim Einstellen der Filter.
Kurz-Fazit
Der POC pro Kerze zeigt, wo in jeder einzelnen Kerze wirklich gehandelt wurde, dort, wo Tages- und Session-Sichten glätten. In ATAS machen ihn die POC Tools über den ganzen Chart sichtbar und vergleichbar, und der Intra POC Client filtert daraus eigene Setups. Wer den Orderflow ernst nimmt, liest den POC nicht nur einmal am Tag, sondern Kerze für Kerze.
Trading birgt Risiken. Vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für künftige Ergebnisse.

